Feuerkinder

Feuerkinder
Wie aus der einjährigen Susanne ein Feuerkind wurde
 
So könnte es gewesen sein:
Susannes Zuhause ist ein Einfamilienhaus, das an dem Sandweg, der zum großen Holzlagerplatz führt, liegt. Mutter, Vater und die Geschwister Michael, 10  Jahre und Esther, 6 Jahre alt gehören zur Familie.
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Mai 2015: Susanne ein sehr lebhaftes Kind, das Jüngste von drei Geschwistern, ist gerade ein Jahr alt geworden. Es ist abends, ca. 20h und schon dunkel. Eine Petroleumlampe erhellt die Küche, in der sich alle, außer dem Vater, der im Wohnzimmer sitzt, aufhalten. Die Mutter bereitet das übliche Abendessen, Ugali (Maisbrei) mit Bohnen zu. Der Maisbrei ist schon fertig und die Mutter Mama Salome Mboka kippt den sehr dicken Maisbrei in einen Wärmetopf. Klein Susanne sitzt auf einer Bastmatte neben der Mutter und dem Feuer. Die beiden älteren Geschwister sitzen auch auf der großen Bastmatte neben dem Feuer und lesen in ihren Schulheften.
Mama Mboka hat den Topf, in dem sie den Maisbrei kochte, in der Hand und wird gleich in den Nebenraum gehen, um von dort die Bohnen und das Wasser zu holen. Die junge Frau steht von ihrem niedrigen Hocker auf und geht die fünf Schritte in dem Nebenraum wo, der Wasserkanister und der kleine Sack mit den Bohnen stehen. Der Nebenraum ist mit einem Vorhang von der Küche abgetrennt. Fünf Schritte sind es von dem Dreisteine-Herd bis zum Wasserkanister. Das Holzfeuer, jetzt nur noch Glut, hat die Steine schön erwärmt. Susanne will der Mutter folgen, erhebt sich schwankend, und dann ist die Küche voll mit dem Schreien von Susanne. Vater und Mutter stürzen herein, die Mutter hat das schreiende Bündel in ihren Armen, ein hässlicher Geruch von verbrannter Haut breitet sich in der Küche aus. Die Nachbarn sind auch schon da und haben die landesüblichen Wundversorgungsmittel gleich mitgebracht.
Noch die ganze Nacht wimmert Susanne, und alle wissen, sie hat mit ihren Verbrennungen im Gesicht, an den Armen, an der rechten Hand und am Oberkörper ein Leben als behindertes Kind vor sich.
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Ein halbes Jahr später.
Am Samstag, den 12. Dezember um 9.00 Uhr kommt Frau Mboka mit der nun eineinhalb jährigen Susanne und der älteren Schwester Esther ins Pfarrhaus und stellt mir ihre kleine Tochter vor. Damit man Susannes entstelltes Gesichtchen nicht sieht, hat die Mutter ein Großteil des Gesichtes mit einem, nach Muslimenart gebundenes Kopftuch, verdeckt. Wie gelähmt war ich von Susannes geschundenem Körper. Als der Pfarrer meine Ratlosigkeit sah, ermunterte er mich, doch Susanne zu fotografieren. Auch schrieb ich die Namen und Familiendaten auf. Da Frau Mboka kein Englisch kann, konnte ich mit unserem Pfarrer Mkayula offen reden und auf eine mögliche plastische Operation hinweisen. Denn dank unserer Containersendung hat die „Kinderhilfe Tansania“ eine OP-Station in Ifund
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a im Bezirk Iringa aufbauen können und ab 6. Juni 2016 werden dort für drei Wochen, Feuerkinder operiert werden. Es wäre verwegen gewesen, als medizinischer Laie der Mutter irgendwelche Hoffnung zu machen. Aber mit Pfr. Mkayula waren wir uns einig, ein Lichtblick ist diese OP-Möglichkeit auf alle Fälle.
Da die OP von deutschen Ärzten unentgeltlich erfolgt und die OP-Station sowie die laufenden Kosten über Spenden finanziert werden, fallen nur noch die Nachsorgekosten von ca. 125,-€ jährlich für drei Jahre an. So suchen wir für die kleine Susanne und die wahrscheinlich 10 anderen Feuerkinder in Mtwango Paten die diese operierten Feuerkinder für die drei Jahre, auch finanziell begleiten.
Sie haben Interesse an einer Patenschaft?
Rufen sich mich an oder mailen mir:
Tel.: 08102 1491, Mail: clpesth@web.de
 
Überweisung der 125€ oder eines Teilbetrages bitte auf das Konto der Gustav-Adolf-Gemeinde, die Bankdaten finden Sie im Bereich „Kontakt“.
Stichwort: Patenschaft-Feuerkinder
Eine Spendenquittung erhalten Sie über das Pfarramt.
Christian Pesth